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28.03.2019 | News biha | Zurück

Treffen der Gesundheitshandwerke mit Jens Spahn: Gesundheitshandwerke gestalten

Mainz (ots) - Der Bundesminister für Gesundheit Jens Spahn MdB (CDU) traf am 25. März 2019 Vertreter der Gesundheitshandwerke in der Handwerkskammer zu Köln zur Veranstaltung "Gesundheitspolitik und Handwerk 2019". Hauptthemen, über die Spahn mit ca. 100 Vertretern der Gesundheitshandwerke diskutierte, waren die "überbordende Bürokratie" im Gesundheitswesen und die Digitalisierungsblockaden.

Begrüßt wurde der Minister von Hans Peter Wollseifer, Präsident der Handwerkskammer zu Köln und Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Er leitete die Themen des Ministers ein: "Ihr Kampf gegen Digitalisierungsblockaden findet unsere klare Unterstützung." Als hilfreich sah er das starke Instrument der Selbstverwaltung des Handwerks und legte es dem Minister ans Herz. Als Beispiel führte Wollseifer das elektronische Gesundheitsberuferegister (eGBR) an, das künftig die Ausgabe von elektronischen Heilberufs- und Berufsausweisen (eHBA/eBA) an die Gesundheitshandwerke übernehmen soll. Unnütz, meint das Handwerk, denn dieses habe eine funktionierende Selbstverwaltung und könne das selbst stemmen.

In seiner Rede ging Jens Spahn auf die aktuellen gesundheitspolitischen Themen der Regierung ein und wies selbst auf unzureichende Strukturen hin. So sei die 2004 beschlossene elektronische Gesundheitskarte mittlerweile zum "Berliner Flughafen" des Gesundheitssektors geworden. Das müsse gelöst werden.

Der Minister mahnte zu mehr Mut fürs Digitale. "Wir können die Digitalisierung entweder gestalten oder erleiden", sagte Spahn. Die Gesundheitshandwerke sieht er dabei als Gestalter und lobte ihre Innovationskraft.

Als Erfolg verzeichnete er das endgültige Aus für Ausschreibungen im Hilfsmittelbereich. Ein Erfolg, an dem die Gesundheitshandwerke beteiligt waren.

Er lobte die wohnortnahe Versorgung durch die Gesundheitshandwerke und stimmte zu, dass über Delegation und Substitution gesprochen werden müsse.

Mit einem deutlichen "Ja" sprach Spahn sich zudem für die duale Ausbildung und gegen die zunehmende Akademisierung der Berufe aus und erntete auch dafür großen Beifall.

Zu dem bereits bei früheren Treffen der Akteure angesprochenen überdurchschnittlichen Aufwand der Gesundheitshandwerke für die Präqualifizierung sagte der Bundesgesundheitsminister erneute Prüfung zu: "Wir schauen uns das noch einmal an."

Kein Wunder, dass die erhöhten Anforderungen an die Präqualifizierung der Gesundheitshandwerke ein stark diskutiertes Thema in der Fragerunde nach Spahns Rede waren. Direkt damit verbunden war das Thema der "überbordenden Bürokratie". In diesem Bereich sieht Spahn Auswüchse und stimmte zu, auf Wirtschaftlichkeit achten zu müssen. Die Gesundheitshandwerker stellten klar: In Zeiten eines Terminservice- und Versorgungsgesetzes für schnellere Termine und bessere Versorgung für die Versicherten sei eine solche zeitliche und personelle Belastung durch Betriebsbegehungen alle 20 Monate - wie sie die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) fordere - kontraproduktiv, ganz abgesehen vom monetären Aufwand.

In der folgenden Diskussion mit Prof. Dr. Karl Lauterbach, MdB und stv. Fraktionsvorsitzender der SPD, war Marianne Frickel, biha Präsidentin, Podiumsmitglied und legte den Fokus noch einmal explizit auf Fragen und Sorgen der Gesundheitshandwerke, speziell der Höra-kustiker. Mit ihr diskutierten Dr. Jan Wetzel, Geschäftsführer des Zentralverbands der Augenoptiker und Optometristen (ZVA), und Kai Swoboda, stv. Vorstandsvorsitzender der IKK classic, unter der Moderation von Thorsten Breitkopf, Leitender Wirtschaftsredakteur des Kölner Stadt-Anzeigers.

Frickel stellte klar: Sie spreche für ein gefahrengeneigtes Handwerk. Alles, was nicht in qualifizierten Betrieben angepasst wird, sei grob fahrlässig. In diesem Sinne unterstützen die Gesundheitshandwerke das Instrument der Präqualifizierung. Es sei ein Sicherheits- und Qualitätssiegel. Ein ungleicher und mit überdurchschnittlichem Aufwand verbundener Präqualifizierungsmarathon, wie ihn die DAkkS mit Betriebsbegehungen alle 20 Monate fordere, sei aber übertrieben, verursache Kosten und Verwaltungsaufwand, ohne eine bessere Versorgung zu erreichen. Statt zu versorgen, seien die Gesundheitshandwerke mit Dokumentationspflichten beschäftigt - und das zu Lasten der Versicherten. "Wir halten eine Präqualifizierung alle fünf Jahre für ausreichend", sagte Frickel. Es bedürfe eines Umdenkens, "wenn wir über Bürokratieabbau sprechen wollen".

Prof. Lauterbach ging direkt darauf ein: Routinedokumentation müsse sein. Eine Übermittlung der Dokumentationen in den Betrieben in digitaler und in Papierform sei aber tatsächlich "unvertretbar". Man müsse überlegen, ob es reiche, nach "20 Monaten das [zu] prüfen, was sich geändert hat", denn auch "überflüssige oder doppelte Dokumentationen und Begehungen müssen nicht sein".

Zustimmung fand Frickel außerdem bei ihrer Kritik am verkürzten Versorgungsweg. Hier sei eine Präqualifizierung der HNO-Praxen überhaupt nicht vorgeschrieben. Allein deshalb sei neben anderem dieser Versorgungsweg schwierig. Dem stimmte Lauterbach zu: "Auch ich finde diese Ausnahme sehr problematisch."

Zum Thema Substitution und Delegation stellte Wetzel klar: Es sei wichtig, den Gesundheitshandwerken zuzutrauen, was sie gelernt haben. Als Beispiel führte er den zahlenmäßigen Rückgang der Augenärzte besonders außerhalb von Ballungsgebieten an. Das gefährde die flächendeckende Versorgung. "Wenn es keinen Arzt mehr gibt, der verordnet, gibt es auch keinen Leistungserbringer mehr."

Hintergrund zum Hörakustiker-Handwerk
In Deutschland gibt es etwa 5,4 Millionen Menschen mit einer indizierten Schwerhörigkeit. Tendenz steigend. Schwerhörigkeit zählt zu den zehn häufigsten gesundheitlichen Problemen. Mit rund 6.600 Hörakustiker-Betrieben und ca. 15.000 Hörakustikern versorgt das Hörakustiker-Handwerk bereits ca. 3,5 Millionen Menschen in Deutschland mit qualitativ hochwertigen, volldigitalen Hörsystemen. Die Bundesinnung der Hörakustiker (biha) KdöR vertritt die Interessen der Hörakustiker in Deutschland.

Neben der Erstversorgung des Kunden ist der Hörakustiker auch für die begleitende Feinanpassung mit wiederholten Überprüfungen und Nachstellungen der Hörsystemfunktionen zuständig. Daneben organisiert er - wenn der gesetzliche Anspruch besteht - die Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenversicherungen und steht für Wartung und Reparaturen der Hörsysteme bis zu einem gewissen Grad zur Verfügung.

Darüber hinaus berät er zu Gehörschutz und speziellem technischem Zubehör. Der Hörakustiker verfügt über theoretisches Wissen aus der Akustik, Audiologie, Psychologie und Hörsystemtechnik und über praktische Fertigkeiten zur Audiometrie.

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